Moskau Inkasso: Illegal und uneffektiv!
Mai 2004 - Zyklop Inkasso Pressemitteilung
Immer wieder geistern Hinweise auf russische Inkassounternehmen, die auf angeblich effektive Weise Forderungen beitreiben, durch die Presselandschaft. Was steckt da hinter?
"Oft geht es um das sogenannte ‚Inkasso Team Moskau', einem illegalen Unternehmen, das vorgibt, russischer Herkunft zu sein und mit besonders effektiven Methoden zu arbeiten", so Martin Ostgathe, Vorstand der Zyklop Inkasso Deutschland AG. "Tatsächlich ist der Sitz des ‚Unternehmens' in Berlin, der Inhaber ist Deutscher. Das Gewerbe wird illegal betrieben und ist nicht als Inkassounternehmen zugelassen. Und trotz des Werbeslogans ‚Ihr Schuldner muss kein Russisch sprechen - er wird uns auch so verstehen!' sprechen die Mitarbeiter - wenn überhaupt - allenfalls gebrochen Russisch."
Tatsächlich müssen Inkassounternehmen in Deutschland vom zuständigen Landgerichtspräsidenten zugelassen werden. Eine solche Zulassung erfolgt erst nach gründlicher Überprüfung von Kompetenz und Leumund der Antragsteller. Das ‚Inkasso Team Moskau' hat eine solche Zulassung nicht - und weist auf seiner Homepage auch noch ausdrücklich darauf hin. Der Inhaber, Werner H., argumentierte in einem mit Zyklop Inkasso geführten Telefonat, seine Firma sei ja gar kein Inkassounternehmen, sie treibe keine Forderungen bei sondern führe lediglich Ermittlungen durch. Daher benötige sie auch keine Zulassung. Eine Behauptung, die allerdings im krassen Gegensatz zur Firmenbezeichnung und zur Eigenwerbung steht.
Zahllose Fälle gibt es, in denen Gläubiger rechtskräftig festgestellte Forderungen haben, ihr Geld aber nicht bekommen. Bei den Schuldnern ist angeblich nichts zu holen, gleichzeitig leben diese auf "großem Fuße", weil sie Geld bei Seite geschafft haben oder schwarz arbeiten. Kann "russisches" Inkasso in solchen Fällen helfen?
Wer sich solcher Methoden bedient, macht sich strafbar.
"Es hilft vor allem, selbst zum Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen zu werden!", so der Vorstand des bundesweit tätigen Krefelder Inkassounternehmens. "Wer sich solcher Methoden bedient, macht sich strafbar. Ein Stuttgarter Kaufmann ist kürzlich wegen gemeinschaftlicher Erpressung in vier Fällen verurteilt worden, weil er ein illegales Inkassounternehmen beauftragt hatte, das dann dem Schuldner mit Drohbriefen zusetzte. Andere nicht zugelassene Geldeintreiber werden überhaupt nicht tätig. Dazu passt, was ehemalige Kunden nicht zugelassener Inkassounternehmen berichten: Die Forderungen wurden zumeist nicht beigetrieben, statt dessen wurden die Gläubiger über Mitgliedsbeiträge noch zusätzlich geschröpft. Dem Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen liegen zahlreiche Beschwerden von Gläubigern, die sich mit illegalen Forderungsbeitreibern eingelassen haben, vor."
Gegen das ‚Inkasso Team Moskau' ermitteln die Staatsanwaltschaften in Berlin und Celle. Der Inhaber Werner H. bestätigte dies gegenüber Zyklop Inkasso telefonisch. Laut H. sollen diese Ermittlungen jedoch jeder Grundlage entbehren.
Die Forderungen werden dadurch auch nicht eher realisiert, statt dessen ist man zusätzliches Geld los.
Zyklop Inkasso rät dringend, sich mit nicht zugelassenen Geldeintreibern nicht einzulassen: Die Forderungen werden dadurch auch nicht eher realisiert, statt dessen ist man zusätzliches Geld los. Sofern das illegale Inkassounternehmen tatsächlich ‚unkonventionell' tätig wird, macht der Auftraggeber sich strafbar.
Rechtlich gesehen ist der Inkassovertrag mit einem nicht zugelassenen Inkassounternehmen übrigens gemäß § 134 des Bürgerlichen Gesetzbuches nichtig, da er gegen das Rechtsberatungsgesetz verstößt. Der Kunde ist daher nicht verpflichtet, den Mitgliedsbeitrag zu bezahlen. Wenn er ihn schon bezahlt hat, kann er ihn zurückfordern - was praktisch allerdings nur dann etwas nützt, wenn dort auch was zu holen ist.
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