Außenstände können zu Kollaps führen

Westdeutsche Zeitung - 15. Dezember 2000

Inkasso-Unternehmen gibt Firmen Tipps Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs ist die Pleitewelle ungebrochen - ein Ende ist nicht in Sicht. Sehr viele Firmen stecken bereits in einem Teufelskreis, aus dem sie nicht mehr rauskommen: Selbst durchaus solide geführt, sind es die eigenen Kunden, die nicht mehr bezahlen können.

Die hohen nicht beigetriebenen Außenstände führen schließlich zum Kollaps", so Martin Ostgathe, Vorstand der bundesweit tätigen Zyklop Inkasso Deutschland AG mit Sitz in Krefeld (insgesamt ca. 120 Mitarbeiter). "Den nicht zahlenden Kunden, die damit zu Schuldnern werden, geht es zumeist nicht besser: Sie haben genau die gleichen Probleme wie die Gläubiger, was diesen natürlich nicht weiterhilft. Es kommt zu einer Kettenreaktion, eine Firma nach der anderen geht in Insolvenz." Was kann man tun, um nicht selbst unverschuldet in diesen Teufelskreis zu geraten? Ostgathe: "Praktisch gibt es nur zwei Möglichkeiten: Vor Abschluss eines Geschäftes sollte man sich genau über den Geschäftspartner informieren, und falls der dann trotz dieser Vorsichtsmaßnahme nicht zahlt, sollte man möglichst schnell mit der Forderungsbeitreibung beginnen. Immer wieder zeigt sich: Je später eine Beitreibung beginnt, desto geringer sind die Erfolgsaussichten."

Möglichkeiten, so genannte Wirtschaftsauskünfte über Schuldner einzuholen, gebe es genug. Insbesondere alle größeren Inkassounternehmen bieten solche Auskünfte an, in der Regel gegen eine gestaffelte Gebühr. Auf diese Weise kann man erfahren, wie gut oder schlecht die Zahlungsmoral des Kunden ist, ob schon mal die Schecks oder Wechsel geplatzt sind oder die Eidesstattliche Versicherung abgegeben wurde.

Und was, wenn der Kunde trotz positiver Auskunft nicht zahlt? Ostgathe: "Wenn der Schuldner nicht zahlt, sollte möglichst schnell das Inkassoverfahren eingeleitet werden. Hier geht es nicht in erster Linie darum schnell einen Mahnbescheid zu beantragen oder eine Klage einzuleiten, sondern darum, dass ein Fachmann den Schuldner zur Zahlung bewegt. Viele Fälle lassen sich dann ohne ein gerichtliches Verfahren lösen." Ihre Kunden sind in der Regel auch Mitglieder, die die für sie entstehende Kosten durch den Jahresbeitrag begleichen. Es werde versucht, eine gute Einigung für Kunden und Schuldner anzustreben. Man wolle nicht mit "dem Hammer draufhauen."

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